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Auf dem Weg als Anwält:in

Duri Bonin reflektiert mit Gästen über Fragen rund um die Arbeit als Anwalt und Strafverteidiger: Was macht eine gute Anwältin aus? Wie organisiert man die Anwaltstätigkeit? Wie handhabt man den Umgang mit Klienten, Gegenanwälten, der Polizei, der Staatsanwaltschaft und den Gerichten? Was zeichnet ein gutes Plädoyer aus? Wie legt man sich eine Verteidigungsstrategie zurecht? Der spannenden Fragen sind vieler. Es ist ein Weg ins Urmenschliche, manchmal gar Allzumenschliche. Abobutton klicken und keine Folge verpassen.

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#614 Die Identität des Bezirksgerichts Zürich wurde missbraucht (Art. 179 decies StGB)

Falsche Vorladungen!

Duri Bonin und Gregor Münch sind auf eine Betrugswarnung auf der Homepage des Bezirksgerichts Zürich gestossen, wonach aktuell gefälschte Vorladungen in Umlauf sind. Diese Vorladungen beinhalten die Adresse und Telefonnummer des Bezirksgerichts sowie das Logo der Zürcher Zivil- und Strafgerichte, sind jedoch ansonsten frei erfunden. Besonders betont wird in der Warnung, dass man auf die angegebene Telefonnummer nicht anrufen und keine Zahlungsaufforderungen nachkommen sollte. Gregi und Duri überlegen, ob solche Betrügereien Aussicht auf Erfolg haben.

Bei einem Freispruchbier kam die Idee auf, die Strafprozessordnung Artikel für Artikel zu besprechen: Deshalb treffen sich Duri Bonin und Gregor Münch jeden Freitag in den „Heiligen Stunden“ des 5-Uhr-Clubs und diskutieren einen Artikel der Strafprozessordnung. Wann macht Aussageverweigerung Sinn? Weshalb braucht es Teilnahmerechte? Wie läuft eine Einvernahme ab und wie ist die Stimmung im Einvernahmeraum? Wann finden die meisten Verhaftungen statt? Diesen und noch viel mehr Fragen gehen Duri und Gregi in diesem Podcast nach.

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Die Podcasts „Auf dem Weg als Anwält:in“ sind unter https://www.duribonin.ch/podcast/ oder auf allen üblichen Plattformen zu hören 🎧. Dort einfach nach ‚Duri Bonin‘ suchen und abonnieren.

#613 Zeugnisverweigerungsrecht und Gesetzesbrecher: Verkuppeln auf der dunklen Seite (Art. 168 StPO)

Schweigegeldprozess gegen Trump: Wenn die Strasse nass ist, darf man davon ausgehen, dass es geregnet hat

Endlich hat Duri Bonin wieder einmal Gregor Münch zu Gast. Sie starten mit dem Trump-Prozess in New York und der Frage, wie das Verhalten des früheren Anwalts von Trump zu bewerten ist, der gegen seinen ehemaligen Mandanten aussagt. Gregi weist darauf hin, dass es in den USA eine Sensation darstellt, wenn der Beschuldigte von seinen Anwälten die Erlaubnis erhält, Aussagen zu tätigen. Weiter berichtet er von der Beweiswürdigungsregel „Wenn die Strasse nass ist, darf man davon ausgehen, dass es geregnet hat“. Sie leiten sodann über zum Art. 168 StPO: Dieser räumt gewissen Personen das Recht ein, die Aussage zu verweigern (Zeugnisverweigerungsrecht aufgrund persönlicher Beziehungen). Dies schliesst Ehepartner, Lebensgefährten, direkte Verwandte, Stiefgeschwister und Pflegefamilien ein. Das Zeugnisverweigerungsrecht bleibt auch nach der Auflösung der Ehe oder Beendigung einer Pflegebeziehung resp. der eingetragenen Partnerschaft bestehen. Eine Einschränkung erfährt das Zeugnisverweigerungsrecht bei schweren Straftaten, wenn sich die Tat gegen eine der in Art. 168 I-III StPO genannten Personen richtet. So muss z.B. eine Tochter im Verfahren gegen ihre Mutter, die der Tötung ihres Vaters verdächtigt wird, als Zeugin aussagen.

Bei einem Freispruchbier kam die Idee auf, die Strafprozessordnung Artikel für Artikel zu besprechen: Deshalb treffen sich Duri Bonin und Gregor Münch jeden Freitag in den „Heiligen Stunden“ des 5-Uhr-Clubs und diskutieren einen Artikel der Strafprozessordnung. Wann macht Aussageverweigerung Sinn? Weshalb braucht es Teilnahmerechte? Wie läuft eine Einvernahme ab und wie ist die Stimmung im Einvernahmeraum? Wann finden die meisten Verhaftungen statt? Diesen und noch viel mehr Fragen gehen Duri und Gregi in diesem Podcast nach.

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#612 Zwischen Ich und Wir: Die Suche nach dem Teamgleichgewicht

Mit 40i cha mers mit de Tiger

Duri Bonin und Frank Renold erkunden das komplexe Thema der Balance zwischen persönlicher Autonomie und effektiver Teamarbeit. Frank wirft die Frage auf, wie viel persönliche Freiheit innerhalb eines Teams sinnvoll und tragbar ist, während Duri auf die Notwendigkeit hinweist, unterschiedliche Ansätze und Meinungen im Team zu akzeptieren und zu fördern. Beide sind sich einig, dass die Stärke eines Teams daraus resultiert, dass die Summe der Teile oft mehr als ihre Einzelkomponenten ergibt, vorausgesetzt, jedes Mitglied darf individuell agieren und sich einbringen. Eine Schlüsselherausforderung dabei ist es, den Grad der Diversität zu finden, der kreatives und produktives Arbeiten ermöglicht, ohne die Teamdynamik zu stören. Duri beschreibt seine Philosophie der „Ohne-Not-Praxis“, die besagt, dass nur eingegriffen werden sollte, wenn es unbedingt erforderlich ist. Frank hinterfragt, wie man erkennen kann, wann ein Eingreifen notwendig ist, und hebt die Bedeutung von gegenseitiger Wertschätzung und tiefem Verständnis der Teammitglieder untereinander hervor. Er schlägt vor, dass das Teilen persönlicher Geschichten und Erlebnisse innerhalb des Teams helfen könnte, einander besser zu verstehen und entsprechend zu handeln. Ihr Austausch bietet Einblicke in die notwendige Flexibilität, Akzeptanz und das Verständnis, das erforderlich ist, um ein produktives und innovatives Teamumfeld zu schaffen, in dem sich jedes Mitglied wertgeschätzt fühlt und motiviert ist.

Frank Renold und Duri Bonin diskutieren in ihrem monatlichen Podcast Mit 40i cha mers mit de Tiger aktuelle Herausforderungen in Beruf, Familie und Gesellschaft. Frank, Scrum Master bei Liip, und Duri, Strafverteidiger, Autor und Podcaster, teilen ihre Einsichten und Erfahrungen aus unterschiedlichen Lebensbereichen.

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#611 Thierry Urwyler: Ist die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Gutachten wissenschaftlich haltbar?

Beweiswerthierarchie wissenschaftlich destabilisiert, kognitive Faulheit, Second-Opinion-Prinzip zur Qualitätskontrolle

Ausgehend von der bundesgerichtlichen Beweiswerthierarchie bei Gutachten beleuchtet Thierry Urwyler die Rechtsprechung des Bundesgerichts, die amtlichen Sachverständigen in ihrer Unabhängigkeit und Unparteilichkeit ein höheres Gewicht beimisst als Privatgutachtern. Duri Bonin möchte daraufhin wissen, inwieweit diese Position nach wissenschaftlichen Kriterien haltbar ist? Die Antwort destabilisiert die Rechtsprechung des Bundesgerichts, so viel sei vorweggenommen. Beide sind sich auch einig, dass die heutige Rechtsprechung zu einer Art kognitiver Faulheit in dem Sinne führt, dass die Gerichte den amtlichen Gutachten folgen, sofern diese nicht sofort erkennbar fehlerhaft erscheinen. Eine sachkundige Auseinandersetzung mit alternativen Privatgutachten wird damit umgangen. Dies ist umso unverständlicher, als damit das Prinzip der ‚Second Opinion‘ als Standardverfahren zur kritischen Qualitätskontrolle von vornherein verhindert wird. Denn unabhängig davon, in welcher Funktion man tätig ist, ob als Anklägerin, Verteidiger, Richterin oder Gutachter, kommt es immer zu einer Verzerrung im eigenen Wahrnehmungsprozesses. Studien zeigen, dass amtliche Sachverständige nicht weniger von solchen kognitiven Verzerrungen betroffen sind als private Sachverständige. Schon deshalb wäre eine Kontrolle wichtig. Die rechtlichen und berufsethischen Anforderungen an Privatgutachter rechtfertigen bei richtiger Würdigung keine Ungleichbehandlung gegenüber amtlichen Sachverständigen. Auch diesbezüglich scheint die Sichtweise des Bundesgerichts verkürzt. Duri und Thierry finden auch keine Erklärung, weshalb im Strafrecht eine weniger strenge Dokumentationspflicht gelten soll als im Sozialversicherungsrecht. Sodann wird das Phänomen des ‚Gutachtenshoppings‘ thematisiert: Als maximaler Ausnahmefall legitimiert es keine Beweiswürdigungspraxis. Die Qualität von amtlichen Gutachten und Privatgutachten streut sehr stark: Es gibt in beiden Gruppen sehr gute und sehr schlechte mit überlappendem Qualitätsspektrum. Dies führt zu der eigentlich zwingenden Schlussfolgerung, dass eine formale Beweisregel nicht aufrechterhalten werden kann. Vielmehr müsste man die konkreten Gutachten miteinander vergleichen.

Weitere Podcastfolgen mit Dr. Thierry Urwyler:

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#610 Emotional erschöpft – der neue Normalzustand in der Schweiz?

Gespräch mit Dr. Sebastian Haas über ständige Erreichbarkeit, Informationsflut und das Effizienzparadox

Der Job-Stress-Index von Gesundheitsförderung Schweiz zeigt, dass fast ein Drittel der Erwerbstätigen unter Stress leidet. Vor allem junge Frauen sind von emotionaler Erschöpfung betroffen (41%). Warum leidet unsere Gesellschaft zunehmend an Burnout? Die Gründe sind vielfältig: Was wir durch technische Errungenschaften an Zeit gewonnen haben, haben wir in Produktivität umgesetzt. Auch der wachsende Druck durch soziale Medien bis hin zu globalen Unsicherheiten wie Terrorismus oder Umweltproblemen tragen zur Zunahme von Burnout-Erkrankungen bei. Dr. Sebastian Haas betonte, dass ein erhöhtes Kontrollbedürfnis, verursacht durch ständige Erreichbarkeit und Informationsflut, besonders belastend ist. Sebastian empfiehlt daher im Gespräch mit Duri Bonin, das Handy aus dem Blickfeld zu nehmen, um die Dopaminausschüttung bei jeder Nachricht – ein Belohnungsmoment, der gleichzeitig ein Stressor ist – zu reduzieren.

Als Strafverteidiger erhält man Einblicke in die unglaublichsten Fälle und arbeitet eng mit sehr unterschiedlichen und spannenden Menschen zusammen. Im Podcast Auf dem Weg als Anwält:in versucht der Anwalt Duri Bonin gemeinsam mit seinen Gesprächspartnern (Beschuldigte, Verurteilte, Staatsanwälte, Strafverteidiger, Gutachter, Opfer, Unschuldige, Schuldige …) zu ergründen, wie diese ticken, was sie antreibt und wie sie das Rechtssystem erleben. Behandelt werden urmenschliche Themen. Bei genauerem Hinsehen findet man Antworten auf eigene Fragen des Lebens und der Gesellschaft.

Podcastfolgen mit Dr. Sebastian Haas:

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#609 Staatsanwaltschaft gegen Strafverteidigung: Das ethische Dilemma der Verteidigung

Das grosse Duell Sarah gegen Stephan – Runde 4

Das grosse Duell zwischen Staatsanwältin Sarah von Hoyningen-Huene und Strafverteidiger Stephan Bernard geht in die vierte Runde. Dieses Mal konfrontiert Sarah Stephan mit einer hypothetischen, jedoch ethisch geladenen Frage: „Wenn du für einen Täter – nehmen wir als Beispiel Werner Ferrari – aufgrund von formellen Verfahrensfehlern einen Freispruch erwirken könntest, wie würdest du dich dabei fühlen?“ Stephan antwortet, dass das Beispiel unrealistisch sei, vergleichbar damit, dass die Sonne morgen nicht mehr aufgehen würde. Er verweist auf den Fall BGE 6B_918/2021, der beleuchtet, wie die Schweizer Justiz mit prozessualen Fehlern umgeht. Sarah ist mit der Antwort nicht zufrieden und ändert das Beispiel zu O. J. Simpson. Stephan erläutert daraufhin sein Verständnis von Strafverteidigung und den damit einhergehenden Konflikten. Seine Äusserungen veranlassen den Moderator Duri Bonin zu einer kritischen Nachfrage. Diese Runde des Duells beleuchtet nicht nur die Herausforderungen und ethischen Dilemmata, mit denen die Strafverteidigung konfrontiert ist, sondern auch die tieferen philosophischen und rechtlichen Fragen, die in der modernen Rechtspraxis verankert sind.

Das grosse Duell Staatsanwaltschaft gegen Strafverteidigung:

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#608 Being Duri Bonin

Mit 40i cha mers mit de Tiger

Die allererste Podcast-Folge von Duri Bonin war mit Frank Renold. Über 600 Folgen später erinnern sich die beiden an diesen besonderen Moment. Frank meint, dass Duri bei seinen Podcasts alles falsch macht, aber vielleicht gerade diese unorthodoxe Herangehensweise das Geheimnis seines Erfolges ist. Duri gibt zu, dass er nicht darauf achtet, wie andere es machen. Vielleicht liegt es daran, dass er als Anwalt gewohnt ist, Regeln zu hinterfragen und neu zu interpretieren. Diese Fähigkeit auf seinen Podcast übertragen, lässt ihn nicht auf vermeintlich allgemeingültige Regeln achten, sondern intuitiv handeln. Sein persönliches Interesse an den Inhalten steht dabei immer im Vordergrund. Diese persönliche Intention spiegelt sich auch in dem erheblichen Aufwand wider, der mit der Produktion verbunden ist. Frank fragt daher zu Recht, wie es mit den Podcasts weitergehen soll. Duri erzählt, dass er sich diese Frage in den Ferien auch gestellt hat und fragt Frank: „Was würdest du machen, wenn du mich wärst?“ Frank antwortet, dass er wirklich nicht Duri sein möchte. Genötigt, doch Duri zu sein, meint Frank, er würde es genau so machen wie Duri. Natürlich gibt sich Duri mit dieser Antwort nicht zufrieden und zieht die „Daumenschraube“ an, worauf Frank notgedrungen kreative Ideen brainstormt. Wer sich für Podcasting, kreative Prozesse, die Rolle des Experimentierens, lebendige Diskussionen, authentische Inhalte und langfristige Motivation interessiert, wird in dieser Episode Inspiration finden.

Frank Renold und Duri Bonin diskutieren in ihrem monatlichen Podcast Mit 40i cha mers mit de Tiger aktuelle Herausforderungen in Beruf, Familie und Gesellschaft. Frank, Scrum Master bei Liip, und Duri, Strafverteidiger, Autor und Podcaster, teilen ihre Einsichten und Erfahrungen aus unterschiedlichen Lebensbereichen.

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#607 Freie Beweiswürdigung oder die Kunst der Überzeugung im Strafprozess

Im Gespräch mit Dr. Thierry Urwyler

In dieser Folge beleuchtet Duri Bonin zusammen mit Thierry Urwyler verschiedene Schlüsselfragen betreffend die Praxis der gutachterlichen Tätigkeit im Strafverfahren. Zunächst geht es um den Grundsatz der freien Beweiswürdigung: Sie erörtern, was darunter zu verstehen ist und wie er sich von den formellen Beweisregeln unterscheidet. Warum sind formelle Beweisregeln im modernen Strafprozess eigentlich unerwünscht? Ein weiterer zentraler Aspekt ihrer Diskussion ist die Überzeugungsbildung im Rahmen der Beweiswürdigung: Es geht darum, wie Richter:innen auf der Basis rational nachvollziehbarer Beweise zu einer Überzeugung gelangen sollen, statt von einer vorgefassten Meinung auszugehen und dann Beweise zu suchen, die diese Meinung stützen. Sie sprechen auch über subjektive Wahrnehmung und deren mögliche Verzerrungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Bewertung des Verhaltens von Täter:innen. So wird beispielsweise die Praxis, das Leugnen einer Tat als Risikoindikator heranzuziehen, kritisch hinterfragt. Auch die Verlässlichkeit von Gutachten, insbesondere im Hinblick auf Rückfallraten, ist ein wichtiger Diskussionspunkt: Es wird der Frage nachgegangen, warum reine Intuition für fundierte juristische Entscheidungen nicht ausreicht und wie Erklärungen so gestaltet werden können, dass sie intersubjektiv nachvollziehbar sind. Ausserdem wird der Frage nachgegangen, ob Haftentscheidungen häufig eine empirische Grundlage fehlt. Dabei wird auch diskutiert, was ein akzeptables Restrisiko darstellt und unter welchen Bedingungen es vertretbar ist, von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen abzuweichen. Ziel ihrer Diskussion ist es, Klarheit und Verständnis für die komplexen Aspekte der Begutachtung im strafrechtlichen Kontext zu schaffen.

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#606 Stressoren und Ressourcen: Wer ist besonders gefährdet für Burnout oder Herzinfarkt?

Gespräch mit Dr. Sebastian Haas über psychische Sicherheit am Arbeitsplatz & Langzeitfolgen von Burnout

Arbeit sollte uns inspirieren und beflügeln. Welchen Einfluss hat dabei die Arbeitsumgebung? Wie kann die psychische Sicherheit am Arbeitsplatz gefördert werden und welche Auswirkungen hat dies auf die Unternehmenskultur? Inwiefern beeinflusst die Bürostruktur, insbesondere die Sichtbarkeit und Wertschätzung der Mitarbeitenden, das Wohlbefinden? Ist es möglich, nach einem Burnout wieder die alte Leistungsfähigkeit zu erreichen? Wie hoch ist das Rückfallrisiko, wenn man nach einem Burnout in das alte Arbeitsumfeld zurückkehrt? Gibt es bestimmte Personen, die eher zu Burnout oder Herzinfarkt neigen? Wie wirkt sich ein Ungleichgewicht zwischen dem Einsatz der Beschäftigten und den erhaltenen Belohnungen auf das Burnout-Risiko aus (Gratifikationskrisen)? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Burnout und körperlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Burnout und Alzheimer? Duri Bonin hat wiederum viele Fragen an Dr. Sebastian Haas.

Als Strafverteidiger erhält man Einblicke in die unglaublichsten Fälle und arbeitet eng mit sehr unterschiedlichen und spannenden Menschen zusammen. Im Podcast Auf dem Weg als Anwält:in versucht der Anwalt Duri Bonin gemeinsam mit seinen Gesprächspartnern (Beschuldigte, Verurteilte, Staatsanwälte, Strafverteidiger, Gutachter, Opfer, Unschuldige, Schuldige …) zu ergründen, wie diese ticken, was sie antreibt und wie sie das Rechtssystem erleben. Behandelt werden urmenschliche Themen. Bei genauerem Hinsehen findet man Antworten auf eigene Fragen des Lebens und der Gesellschaft.

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#605 Staatsanwaltschaft gegen Strafverteidigung: Ist die Staatsanwältin die wichtigste Person im Rechtsstaat?

Das grosse Duell: Sarah gegen Stephan

Das grosse Duell geht in die dritte Runde: Staatsanwältin Sarah von Hoyningen-Huene möchte von Strafverteidiger Stephan Bernard wissen, ob er bereit wäre, das Amt des Staatsanwalts für schwere Gewaltdelikte zu übernehmen und wenn nicht, warum nicht. Stephan antwortet ausweichend, worauf Duri Bonin nachhakt: „Stell dir vor, du erwachst morgen früh als Staatsanwalt auf der STA I. Wie wäre das für dich?“ Stephan wendet sich dann seinerseits an Sarah: „Glaubst du, dass die weltweit einzigartige hybride Konstruktion der Schweizer Staatsanwaltschaft – die als Untersuchungsbehörde fungiert, Anklage erhebt, Verhandlungen im abgekürzten Verfahren führt, als Einzelrichterin bis zu sechs Monaten und neuerdings auch als Zivilrichterin bis zu CHF 30’000 agiert – mit einem rechtsstaatlichen Verfahren und insbesondere mit dem Grundsatz in dubio pro reo vereinbar ist?“. Hinter dieser Frage steht die Tatsache, dass die Schweizer Staatsanwaltschaft über eine weltweit einzigartige Macht- und Kompetenzmatrix verfügt.

Als Strafverteidiger erhält man Einblicke in die unglaublichsten Fälle und arbeitet eng mit sehr unterschiedlichen und spannenden Menschen zusammen. Im Podcast Auf dem Weg als Anwält:in versucht der Anwalt Duri Bonin gemeinsam mit seinen Gesprächspartnern (Beschuldigte, Verurteilte, Staatsanwälte, Strafverteidiger, Gutachter, Opfer, Unschuldigte, Schuldige …) zu ergründen, wie diese ticken, was sie antreibt und wie sie das Justizsystem erleben. Behandelt werden urmenschliche Themen. Bei genauerem Hinsehen findet man Antworten auf eigene Fragen des Lebens und der Gesellschaft.

Das grosse Duell Staatsanwaltschaft gegen Strafverteidigung:

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